Empfangen – der Zauber beginnt …

Aktualisiert: 6. Dez 2020

Das Geschenk, ein Kind zu empfangen und es in seinem Bauch zu spüren und heranwachsen zu sehen, und damit einhergehend einen bisher unbekannten „Zauber“ in seinem Körper zu verspüren, ist und war für mich nicht (selbst-)verständlich. Anfangs, zur Zeit der Empfängnis, ist es einfach unbegreiflich/ungreifbar und doch spürt man im Innersten des weiblichen Körper eine Veränderung, wie sie noch nie da gewesen ist. Ich verspüre eine innere Wärme an einem Ort in meinem Körper, den ich bis zur diesem Zeitpunkt noch nie wahrgenommen habe. Gleichzeitig fällt es mir gerade in den ersten Wochen und Monaten schwer, mich zu identifizieren – von einem Tag zum anderen „ist man nicht mehr nur sich selbst“ und es ist der Anfang einer Reise …




Vorbereiten in einer Zeit der Stille

Ich freute mich so auf die Zeit des Mutterschutzes – Freunde/Freundinnen treffen, einkaufen, Kurse besuchen, …. - und dann CORONA – lock down – Ausgangssperre – drohende überfüllte Krankenhäuser. Die Ungewissheit, wird meine Hebamme nach der Geburt auf Hausbesuch kommen können oder wird alles online/telefonisch stattfinden?

Rückblickend gesehen, hatte ich zu Beginn dieser Zeit natürlich Angst, jedoch löste sich diese Angst von Woche zu Woche in unsagbare Dankbarkeit auf. Ich konnte mich voll und ganz auf mein Kind, die Geburt vorbereiten und war nicht gestresst oder verpflichtet noch dies und jenes zu erledigen. Es war für mich eine Zeit der Stille und Einkehr und ich konnte meinen inneren Ruhepol erreichen, den ich vorher nicht kannte. Ich verbrachte die Zeit mit Spaziergängen in der Natur, ich ließ mir die Sonne ins Gesicht strahlen und lauschte – ich hörte den Wind rauschen, ich hörte die Vögel zwitschern, ich hörte meine innere Stimme, die mir sagte: Genieße diese Zeit, hab keine Angst, dein Kind ist bei dir und es wird alles gut!

Besonders viel Kraft hat mir auch eine Mediation geschenkt, die ich durch Zufall in einer geburtsvorbereitenden App (App : „Die friedliche Geburt“) gefunden hatte, und die ich in den letzten Wochen vor der Geburt täglich anhörte. In dieser Meditation wird der Körper sinnbildlich mit einem gläsernen Gefäß verglichen, in das von oben zuerst kristallklares Wasser strömt und den Körper „reinigt“, dann kommt Wärme in Form von Sonnenstrahlen durch den Körper und schließlich strömt dieses in Form von Licht aus den Millionen Poren des Körpers und man wird zu einem strahlenden Energieball, in dem nur positive Energie eindringen kann und jegliche negative prallt durch Schutzmembrane ab. Am Ende der Meditation spricht die Erzählerin folgende Sätze: „Ich erlaube mir glücklich zu sein und Kraft zu haben. Danke, es ist geschehen.“ Diese Worte waren für mich sehr berührend und passend, um mich auf die bevorstehende Geburt einzulassen.

Ankommen

In der Nacht bevor es mit der Geburt losging, erfüllte die Ruhe auch mein Kind – es war ganz still und auf einmal war ich besorgt und rief meine Hebamme an, die für mich „wie ein Engel“ ist. Sie beruhigte mich und meinte, alles sei gut und sagte mir ein Treffen für den darauffolgenden Tag zu. Als sie schließlich kam und wir den Herzschlag von unserem Baby anhörten, war ich einfach nur erleichtert!

Ich unterhielt mich ausgiebig mit ihr, wir sprachen über Reisen und Familie, Studium und Beruf. Währenddessen massierte sie mich in einer kräftigen und gleichzeitig angenehmen Weise begleitet von süßlich duftenden Aromen wie Zimt und Nelke. Es tat einfach gut und ich lag am Bett, mein Mann an meiner Seite und ich war einfach entspannt: Meine Hebamme ist hier und gibt mir Geborgenheit durch ihr Tun und Wirken, sie bereitet meinen Körper auf die Geburt vor.

Im Nachhinein kann ich sagen, sie hat meinen Körper verzaubert und durch sie durfte ich eine wunderbare, schmerzfreie Geburt erleben. Es ist keine Untertreibung, meine Geburt war tatsächlich schmerzfrei, das einzige, was ich spürte war ein extremes Druckgefühl, aber keine Schmerzen. Ich war wie in Trance, ich durfte zu Hause die Eröffnungsphase und im Auto die Übergangsphase erleben und im Kreissaal war das Köpfchen schon sichtbar und nach vier Presswehen, war unser kleiner Schatz geboren.

Die positive Energie begleitet mich von zu Hause bis zum Kreißsaal – ich fühlte mich wie auf einer positiv geladenen Wolke gebettet , meine Hebamme begleitete mich wie eine Fee und mein Mann war derjenige, der die Wolke stützte.

Ich durfte ein(e) WUNDER(-bare Geburt) er-LEBEN und bin dafür unsagbar DANK-bar:

für all die wunderbaren Menschen, die mich auf diesem Weg begleitet haben, insbesondere meiner Hebamme.

Sie ist für mich zu einem Menschen geworden, zu dem ich hochachtungsvoll aufschaue und sagen kann: Sie ist ein Engel auf Erden! Danke!




-anonym

42 Ansichten0 Kommentare
background.png

Dem Wunder Raum geben.

Stift-Viktring-Straße 8, 9073 Viktring